Mit dem Spotlight „ELGA – die Einführung der Elektronischen Gesundheitsakte aus technischer Sicht“ startete die CMG-AE in das Veranstaltungsjahr 2013. Nach dem Beschluss des Nationalrates im letzen Jahr, die Elektronische Gesundheitsakte einzuführen, griff die CMG-AE dieses aktuelle Thema auf und widmete ihm einen Nachmittag. Gastgeber Willheim Müller Rechtsanwälte sorgten für angenehmes Ambiente und boten einen wunderschönen Rahmen für dieses Spotlight.
DI Norbert Weidinger (Leiter der CMG-AE Arbeitsgruppe IT-Transformation) und Dr. Stephan Winkelbauer (Willheim Müller Rechtsanwälte) freuten sich, ein überaus interessiertes und diskussionsfreudiges Publikum begrüßen zu dürfen.

Ein breites Themenspektrum wurde den Teilnehmern im Rahmen des Spotlights von den Referenten nähergebracht. Am Podium standen Mag. Anton Schator (Leiter Programm-Management der ELGA GmbH), Mag. Klaus Spiegl (Projektleiter für den Zentralen Patientenindex der IT-Services der Sozialversicherungen GmbH), DI Herlinde Toth (Wiener Krankenanstaltenverbund – Generaldirektion) sowie DI Dr. Stefan Sauermann (Studiengangsleiter Biometrical Engineering Sciences der FH Technikum Wien).
Eine zentrale Frage stand gleich zu Beginn im Fokus: was ist und was kann ELGA? So konnte Klarheit geschaffen werden und vor allem falsche Eindrücke aus Medien-Berichterstattungen aus dem Weg geräumt werden.
IT-architektonisch besteht ELGA aus einem zentralen, gemeinsam-genutzten Bereich, mit untergeordneten Sub-Bereichen, sogenannten „ELGA-Bereichen“. Fünf bis zwölf solcher Bereiche wird es geben, Wien könnte beispielsweise einer davon sein.
Das Herzstück der IT bildet der Zentrale Patientenindex (Z-PI), der eine Identifikation aller Patienten möglich macht. Nur so können Befunde aus unterschiedlichen Institutionen zweifelsfrei einem Patienten zugeordnen werden. Dieser Z-PI wird in Wien von der IT SV GmbH umgesetzt. In den meisten Fällen ist eine eindeutige Zuordnung über die Sozialversicherungsnummer möglich. Im Zweifelsfall müssen solche Clearing-Fälle manuell nachgearbeitet werden.

Zwei wichtige ELGA-Applikationen sind E-Medikation und E-Befunde. Befunde müssen dafür zukünftig einheitlich im sogenannten Clinical Document Architecture (CDA) Format dargestellt werden. Bisher folgten beispielsweise Arztbriefe zwar einer generellen Form, wurden aber weitestgehend frei diktiert. Nur durch diese Standardisierung des Formates können die Daten auch gefiltert oder nur spezifische Daten ausgegeben werden. Zur Implementierung wurde ein Leitfaden entwickelt, der die Umsetzung erleichtern soll. Solche Standards können jedoch nur dann entwickelt werden, wenn die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Österreich nimmt in diesem Bereich ganz klar eine Vorreiterrolle ein.
In Wien wird seit dem Jahr 2009 eine E-Health Strategie verfolgt. ELGA stellt eine von mehreren Anwendungen dar, die im Rahmen dieses Projektes laufen werden. Der WKAV betrieb bereits bisher eine interne Zentraldatenbank, die alle verfügbaren Patienten - Infos bündelte. Fast wie eine kleine Mini-ELGA. Die Elektronische Gesundheitsakte stellt somit eine logische Weiterentwicklung bisheriger Bedürfnisse dar.

Rege diskutiert wurde, speziell im Zusammenhang mit E-Medikation und E-Befunden, das Thema Sicherheit. Die zentralen Punkte: wer darf auf welche Daten zugreifen, wie werden sie modifiziert, wer liest mit und wie kann der User darauf einwirken? Nach den Vorträgen wurden diese Gespräche vor den Vortragsraum verlagert, wo man bei Snacks und Drinks den Tag gemütlich ausklingen ließ.
Ein gelungener Start in die CMG-AE Vortrags-Reihe, die den Teilnehmerinnen einen guten Einblick in die technischen Aspekte der ELGA-Thematik lieferte und sicherlich einige Unklarheiten aufräumen konnte.


Fotos und Text by Julia Raffetseder


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